CES in Las Vegas: Mercedes setzt auf KI und UX in der neuen A-Klasse

Das zeigte ganz deutlich, wohin die Entwicklung in der Automobil- und Automotive-Branche gehen wird: im Mittelpunkt des Auftritts von Mercedes‑Benz auf der Consumer Electronics Show in Las Vegas (CES; 9. bis 12. Januar 2018) stand die Weltpremiere des intuitiven und lernfähigen Multimediasystems MBUX – Mercedes-Benz User Experience, das 2018 in der neuen A‑Klasse in Serie geht. Zugleich werden neue Dienste von Mercedes me verfügbar. Dabei setzt Mercedes in Zukunft verstärkt auf künstliche Intelligenz.

 

Der Name MBUX für das neue Infotainment-System signalisiert, dass das Nutzererlebnis (UX: User Experience) im Vordergrund steht. Einzigartig bei diesem System ist seine Lernfähigkeit dank künstlicher Intelligenz. MBUX ist individualisierbar und stellt sich auf den Nutzer ein. Es schafft so eine emotionale Verbindung zwischen Fahrzeug, Fahrer und Passagieren. Zugleich sind Updates „ over the air“ möglich. Es läutet außerdem eine neue Ära bei der Mercedes me Connectivity ein.

Zu den weiteren Stärken zählen das hochauflösende Widescreen-Cockpit mit Touchscreen-Bedienung, die Navigationsdarstellung mit Augmented-Reality-Technologie sowie die intelligente Sprachsteuerung mit natürlichem Sprachverstehen, die mit dem Schlüsselwort „Hey Mercedes“ aktiviert wird.

 

Das Management: „Mobiler Assistent mit künstlicher Intelligenz“
„Neue Technologien müssen den Menschen in den Mittelpunkt stellen und sein Leben einfacher machen. Mit MBUX kombinieren wir deshalb intuitive und natürliche Bedienung mit intelligenter und lernender Software“, sagt Ola Källenius, Vorstandsmitglied der Daimler AG und verantwortlich für Konzernforschung und Mercedes-Benz Cars Entwicklung.

Intelligente Systeme wie MBUX sind ferner die Basis aller vier strategischen CASE-Felder. CASE – diese Buchstaben prägen die Zukunft der Mobilität. Sie stehen für die Felder Vernetzung (Connected), autonomes Fahren (Autonomous), flexible Nutzung (Shared & Services) und elektrische Antriebe (Electric). Die vier CASE-Felder sind integraler Bestandteil der Unternehmensstrategie.

„Mit MBUX sind wir unserem Ziel, das Fahrzeug zum mobilen Assistenten zu machen, wieder einen großen Schritt näher gekommen“, betont Sajjad Khan, Vice President Digital Vehicle & Mobility bei Daimler. „Spektakulär und in der Automobilindustrie bislang einzigartig ist die Lernfähigkeit des Systems. Wir verwenden künstliche Intelligenz, um dem Nutzer auf Basis seiner Gewohnheiten individuelle Vorschläge zu machen. Der von uns dafür eingesetzte Algorithmus ist optimiert für die On-board-Nutzung im Fahrzeug und schöpft die Möglichkeiten der neuesten Chip-Generation aus.“

„Mit der neuen MBUX-Generation überführen wir unser User Interface Design in die digitale Welt“, sagt Gorden Wagener, Chief Design Officer Daimler AG. „Wir transferieren somit intelligente Technologie in ein emotionales Gesamterlebnis.“

 

Sprachbedienung: „Hey Mercedes“ gehorcht aufs Wort

Herkömmliche Sprachbedienungen in Automobilen erfordern von ihren Nutzern bestimmte feststehende Befehle. Dank natürlichem Sprachverstehen gehorcht die LINGUATRONIC der MBUX hingegen auf fast jedes Wort, erkennt und begreift nahezu alle Sätze aus den Infotainment-Bereichen und der Fahrzeugbedienung. Beispielsweise wird „Scheint die Sonne morgen in Miami?“ jetzt ebenso verstanden wie „Brauche ich morgen eine Sonnenbrille in Miami?“.

Aktiviert wird die intelligente Sprachassistenz entweder per Taste am Lenkrad oder mit dem Kommando „Hey Mercedes“. Nicht mehr der Mensch muss sich der Maschine anpassen, sondern umgekehrt. Auch indirekte Sprache wird erkannt, wenn der Nutzer zur Steuerung der Klimatisierung etwa sagt „Mir ist kalt“ statt des eindeutigen Befehls „Temperatur auf 24 Grad“.

Zugleich ist die Sprachbedienung lernfähig. Zum einen stellt sie sich auf den Benutzer und seine Stimme ein und versteht auch Nicht-Muttersprachler besser; zum anderen lernen die Software-Modelle auf dem Server mit der Zeit neue Modewörter oder einen geänderten Sprachgebrauch. Das System antwortet zudem nicht mehr stereotyp, sondern variiert ebenfalls bei der Dialogausgabe.

Die grundsätzliche Funktionsweise des Sprachassistenten: Die Spracheingaben werden von Nebengeräuschen befreit, komprimiert und übermittelt. Sowohl der Rechner im Fahrzeug als auch der Server werten die Daten aus und senden eine Antwort zurück. Das System entscheidet, welche Antwort die wahrscheinlichere ist, dann folgt binnen Sekunden die Antwort bzw. Reaktion. Somit antwortet der Sprachassistent im Gegensatz zu vielen anderen Assistenten auch, wenn keine Onlineverbindung verfügbar ist.

 

Mercedes me: Neue Dienste, leichte Bedienung

Mit der neuen Infotainment-Generation MBUX starten neue und verbesserte Mercedes me connect Dienste. Dazu gehören unter anderem Navigationsfunktionen auf Basis von Car-to-X Kommunikation (Informationen über Straßenzustand wie Glätte oder Schnee oder herannahende Rettungsfahrzeuge werden auf der Navikarte dargestellt) und die Fahrzeugortung, die das Finden des geparkten Fahrzeugs erleichtert, sowie eine Nachricht, falls das geparkte Fahrzeug angerempelt oder abgeschleppt wurde. Die Mercedes me App erinnert daran, rechtzeitig loszufahren, um pünktlich beim nächsten Termin anzukommen, und berücksichtigt dabei zum Beispiel auch Staus.

Die Mercedes me App Sammlung lässt sich bedienfreundlich als Icon auf dem Bildschirm platzieren und wie alle anderen Hauptapplikationen frei auf dem Homescreen sortieren. Darüber hinaus werden Online-Inhalte wie aktuelle Tankstellen-Preise oder die Verfügbarkeit von Parkplätzen im Parkhaus in MBUX angezeigt. Die Online-Aktualisierung erlaubt auf einfache Weise, neue Inhalte in MBUX zur Verfügung zu stellen.

 

Smartwatch: Praktische „Tür-zu-Tür“ -Navigation
Auch per Smartwatch kann der Fahrer auf Funktionen von MBUX zugreifen. Auf der CES 2018 zeigte Mercedes-Benz die Einbindung von Smartwatches mit dem populären Betriebssystem Android Wear 2.0 über den Mercedes me Bluetooth® Link. Zu den Funktionen zählt „Send2Car“. Damit können Adressen oder Points of Interest (POI) direkt von der Smartwatch ins Fahrzeug gesendet werden. Der Dienst „ Fahrzeugstandort“ zeigt den Standort des Autos in einem Umkreis von 1,5 km an. „First and Last Mile“ dirigiert den Fahrer zum geparkten Fahrzeug bzw. vom Fahrzeug zum finalen Ziel zum Beispiel in einer Fußgängerzone. Für iOS sind die Funktionen ebenso verfügbar.

Typisch MBUX sind bei der Smartwatch-Einbindung die moderne grafische Gestaltung und die intuitive Bedienung, die auf Wunsch auch per Sprache möglich ist. Das lernfähige System macht ferner Vorschläge, basierend auf den Nutzergewohnheiten. Wer immer zu einer bestimmten Uhrzeit morgens ins Büro fährt, bekommt werktags zur üblichen Uhrzeit beispielsweise automatisch die Adresse der Arbeitsstätte als Navigationsziel auf der Smartwatch vorgeschlagen.

Kunden erwarten darüber hinaus heute ein nahtloses und intelligentes Zusammenspiel von Geräten des Internet of Things (IoT), die mit ihren Mercedes-Benz Fahrzeugen und MBUX verbunden sind. Dazu gehören sprachaktivierte persönliche Assistenten, die von künstlicher Intelligenz (KI) unterstützt werden. Durch die Verbindung dieser leistungsfähigen Services mit den Fahrzeugen von Mercedes-Benz werden die Kunden persönlich unterstützt. Sowohl Google Assistant mit Google Home als auch Amazon Alexa können mit allen Mercedes-Benz Modellen der Baujahre 2016 und 2017 in den USA, Großbritannien und Deutschland genutzt werden.

 

Individualisierung: Das Auto wird ein Teil von mir
Durch „Prediction Features“ (Vorhersage-Funktionen) antizipiert MBUX, was der Nutzer als nächstes gerne hätte. Wer beispielsweise häufig dienstags auf dem Nachhauseweg mit seiner Mutter telefoniert, bekommt an diesem Wochentag deren Telefonnummer auf dem Display vorgeschlagen. Wer regelmäßig zu einer bestimmten Zeit zu einem Radiosender mit Nachrichten wechselt, bekommt dies ebenfalls als Vorschlag. Und wenn das Navigationssystem eine öfter befahrene Route erkennt, wird schon im Hintergrund die Navigation zu diesem Ziel gestartet. MBUX bietet dann beispielsweise das Fitnessstudio auf dem Navi-Bildschirm an und der Fahrer braucht nur noch zu bestätigen, und schon stehen ihm alle Informationen zur Strecke, etwa Stauwarnungen, zur Verfügung.

Künstliche Intelligenz macht das Auto so nach und nach zu einem persönlichen Assistenten des Fahrers.

Darüber hinaus hat der Kunde die Möglichkeit, unter drei Anzeigestilen der Displays auszuwählen: Neben Classic und Sport wird als Besonderheit der Stil Dezent angeboten – hier sind alle Anzeigen auf das unbedingt Notwendige reduziert.

Außerdem kann der Fahrer die angezeigten Informationen individuell konfigurieren, über die erweiterte Ambientebeleuchtung mit 64 Farben und zehn Farbwelten unterschiedliche Stimmungen im Innenraum schaffen und eine Vielzahl von individuellen Einstellungen vornehmen – vom Fahrwerk über die Klimatisierung bis zur Außenbeleuchtung.

Alle Einstellungen (z. B. Sitz, Ambientelicht, Lieblingsradiosender, Ausrichtung der Navikarte bis hin zu persönlichen Predictions) können in einem Profil gespeichert werden. Wenn zwei Fahrer sich ein Auto teilen, kann jeder seine Lieblingseinstellungen leicht aufrufen.

 

Augmented Reality: Navigation mit Hinweisen im Videobild
Die in MBUX integrierte Festplatten-Navigation auf Basis von HERE-Kartendaten ahnt nicht nur Ziele voraus, schlägt interessante Ziele (POI – Points of Interest) vor oder navigiert zur nächsten Tankstelle. Als Onboard-Navigation funktioniert das auch, wenn keine Online-Verbindung möglich ist.

Ein ganz neues Feature ist die von Augmented Reality ergänzte Kartendarstellung. Ein mit Hilfe der Frontkamera aufgenommenes Videobild der Umgebung wird dabei um hilfreiche Navigationsinformationen angereichert, zum Beispiel werden Hinweispfeile oder Hausnummern automatisch direkt ins Bild auf dem Touchscreen eingeblendet. Das erleichtert dem Fahrer zum Beispiel die Suche nach einer bestimmten Hausnummer oder das Finden der richtigen Seitenstraße zum Abbiegen.

Weitere Detaillierte Informationen finden Sie direkt bei Mercedes. Bild: Sajjad Khan, Vice President Digital Vehicle & Mobility, Bildquelle und -rechte: Daimler AG.

 

 

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