ExtremeXOS 16.x und 21.x: Warum gibt es jetzt zwei Betriebssystempfade bei Extreme Networks?

ExtremeXOS, das Networking-Betriebssystem von Extreme Networks, wird künftig in zwei unterschiedlichen Softwarepfaden weiterentwickelt – 16.x und 21.x. Was sind die Gründe für diese Entscheidung? Und was müssen Kunden von Extreme Networks künftig beachten? Wir haben darüber mit Olaf Hagemann, SE Director DACH bei Extreme Networks, gesprochen.

Herr Hagemann, warum hat sich Extreme Networks für die Pfadtrennung bei ExtremeXOS entschieden?

Bei der Weiterentwicklung einer Software gelangt man früher oder später an einen Punkt, ab dem bestimmte Hardware von neueren Versionen nicht mehr unterstützt wird. So konnten wir beispielsweise auch ExtremeXOS 15.4 nicht mehr für alle älteren Switch-Modelle zur Verfügung stellen. Um eine Software-Version mit einer Hardware-Plattform kompatibel zu machen, müssen wir den Hardware Abstraction Layer für die jeweiligen Chip-Sätze einpflegen und den Chip-spezifischen Microcode in jede Software-Version integrieren. Das macht die Entwicklung langsamer und den Code größer. Die Version 15.4 wäre dadurch so groß geworden, dass sie nicht mehr in den Speicher der Summit X250e-Geräte gepasst hatte. Daher endet die Software-Unterstützung für einige unserer Switches mit ExtremeXOS 15.3.

Nach ExtremeXOS 16.1 haben wir nun wieder die Situation, dass bestimmte neue Software-Funktionen von älterer Hardware nicht mehr unterstützt werden. So setzt beispielsweise die Technologie Virtual Extensible LAN (VXLAN) auch VXLAN-fähige Chipsätze voraus. Daher haben wir uns entschieden, den Betriebssystempfad aufzuteilen und für die Switches der neuesten Generation (G2) die Entwicklung mit Version 21.1. fortzusetzen. Allerdings werden wir auch den 16er-Pfad weiterentwickeln und mit neuen Funktionen erweitern. Nach der Version 16.2, die im Juni 2016 erscheinen wird, folgt dann auch eine Version 16.3 – und in Zukunft kommen möglicherweise noch Versionen 17, 18 und 19 hinzu. Wir haben hier bewusst schon etwas Abstand für künftige Releases gelassen.

Was sind die Vorteile dieser Pfadaufteilung?

Unser Ziel ist vor allem, die Release-Zyklen zu verkürzen. Wir können beispielsweise in der Software 21.x auf die BlackDiamond Chassis-Unterstützung verzichten, da diese nur im 16er-Pfad weitergeführt wird. Das beschleunigt die Entwicklung und spart uns enormen Testaufwand. Ein weiterer Vorteil der Pfadaufteilung ist, dass auch die Anwender von älteren Switches von der Weiterentwicklung unserer Software profitieren und regelmäßig neue Features für ihre Infrastruktur erhalten. So wird beispielsweise ExtremeXOS 16.2 viele Datacenter- und Enterprise-relevante Funktionen von XOS 21.1 enthalten. Aber einige neue Technologien wie VXLAN werden eben nur noch von ExtremeXOS 21.x unterstützt.

Was sollten Kunden beachten?

Allen Kunden, die heute eine Netzwerkinfrastruktur „auf der grünen Wiese“ mit Extreme Networks-Komponenten aufbauen, empfehlen wir auf jeden Fall, Geräte mit ExtremeXOS 21.x einzusetzen. Wir versuchen grundsätzlich, die Preise für die Nachfolgegeräte eines bestimmten Modells konstant zu halten – mit den G2-Switches erhalten Kunden daher heute verbesserte Leistung und Funktionalität ohne Aufpreis gegenüber den G1-Geräten.

Kunden mit einer vorhandenen Infrastruktur haben nun die Wahl, entweder weiterhin auf Geräte des 16er-Pfads zu setzen oder schrittweise Switches der neuen Generation einführen. Ein Mischbetrieb von Switches mit unterschiedlichen Betriebssystemversionen ist grundsätzlich problemlos möglich. Lediglich softwareübergreifendes Stacking wird nicht unterstützt. Daher können ältere Switches nicht mit den neuesten Switches in einem Stack betrieben werden.

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