Interview mit Christian Vogt zur Fortinet-Strategie: „Künstliche Intelligenz wird für Security immer wichtiger“

Wie will Fortinet in Zukunft immer komplexeren Sicherheitsbedrohungen begegnen? Christian Vogt, Senior Regional Director Germany, sprach mit uns über die Fortinet-Strategie und gab Ausblicke auf kommende Entwicklungen.

 

IT-Journal: Der Kampf zwischen Cyber-Kriminellen und Security-Verantwortlichen erinnert oft an ein Katz- und Maus-Spiel. Wie können Unternehmen den Angreifern künftig wieder einen Schritt voraus sein?

Christian Vogt: Die wichtigste Herausforderung im Bereich IT-Sicherheit ist heute der schnelle Austausch von Informationen. Experten sind sich einig, dass Unternehmen stets die aktuelle Bedrohungslage kennen müssen, um Angriffe schneller identifizieren und abwehren zu können. Das Problem dabei: Es gibt heute nicht zu wenige Security-Daten und Informationen über mögliche Risiken, sondern eher zu viele. Dies erschwert es Unternehmen, den Überblick zu behalten.

 

IT-Journal: Welche Auswege gibt es aus dieser Situation?

Christian Vogt: Bei Fortinet arbeiten wir kontinuierlich daran, Sicherheit greifbarer zu machen und unseren Kunden die richtigen Informationen zur richtigen Zeit zur Verfügung zu stellen. In der Security Fabric tauschen unterschiedliche Komponenten in Echtzeit Daten aus, um bei Sicherheitsvorfällen konzertierte Gegenmaßnahmen zu ermöglichen. FortiSIEM bündelt Informationen von Sicherheits- und Netzwerkkomponenten in einer ganzheitlichen Ansicht und erlaubt den IT-Verantwortlichen, jederzeit Auswertungen und Compliance-Reports zu erstellen. Durch die integrierte Sicht lassen sich Auffälligkeiten in der Umgebung schneller erkennen und die Ursachen dafür identifizieren.

Herzstück unseres gesamten Angebots sind schließlich die FortiGuard Labs: Rund 250 Experten werten dort permanent Daten aus, die von mehr als drei Millionen Sensoren weltweit gesammelt werden. Diese globalen Bedrohungsinformationen stellen wir unseren Kunden zur Verfügung – unter anderem über unseren neuen Threat Intelligence Service.

 

IT-Journal: Was leistet dieser Service? 

Christian Vogt: Die FortiGuard Labs analysieren jeden Tag rund 50 Milliarden einzelne Bedrohungen und Sicherheitsereignisse. Diese Informationen verdichten wir zu einer globalen Bedrohungslandkarte, die wir Fortinet-Kunden und anderen Unternehmen zur Verfügung stellen. Sicherheitsverantwortliche können sich mit dem Threat Intelligence Service jederzeit einen schnellen Überblick über die wichtigsten Trends und Risiken verschaffen – und sehen sehr schnell die möglichen Auswirkungen auf ihr Unternehmen. Welche Schadsoftware ist gerade aktiv? Welche Bedrohungen breiten sich besonders schnell aus? Welche Regionen und Branchen sind im Moment betroffen? Der Threat Intelligence Service liefert schnell verständliche Antworten auf diese und viele andere Fragen. Künftig kann der Anwender die Informationen des Service zudem direkt in Beziehung zu seiner eigenen Infrastruktur setzen und notwendige Maßnahmen sofort ableiten.

Laut einer aktuellen Forrester-Studie ist für IT-Sicherheitsverantwortliche heute die größte Herausforderung, mit der sich permanent veränderten Bedrohungslage Schritt zu halten. 78 Prozent der Unternehmen, die eine Threat Intelligence Plattform nutzen, hatten seitdem keine Sicherheitsvorfälle mehr in ihrer Infrastruktur. Mit der Kombination von Threat Intelligence und einer ganzheitlichen Sicherheitsarchitektur sind Unternehmen also besser für komplexe Bedrohungen gerüstet.

 

IT-Journal: Werfen wir noch einen Blick in die Zukunft – an welchen Entwicklungen arbeitet Fortinet derzeit?

Christian Vogt: Das Thema künstliche Intelligenz wird für uns in Zukunft eine wichtige Rolle spielen. Unser Ziel ist, Security-Lösungen zu Expertensystemen weiterzuentwickeln, die auf Basis von Threat Intelligence selbstständig bestimmte Schutzmaßnahmen ausführen. Dies wird umso wichtiger, da auch Cyberkriminelle bei komplexen Angriffsmustern stark auf Automatisierung setzen. Es bleibt also immer weniger Zeit, um auf neue Bedrohungen zu reagieren. Im Moment sprechen wir dabei von wenigen Stunden oder Minuten – in Zukunft sicherlich nur noch von Sekunden. Kein Mensch kann so schnell die richtigen Entscheidungen treffen – er braucht dazu die Unterstützung von intelligenten Systemen.

Schon heute nutzen wir künstliche Intelligenz, um unsere Lösungen in diese Richtung weiterzuentwickeln. Die Self-Evolving Detection Systems (SEDS) in den FortiGuard Labs kombinieren Deep Learning mit globaler und lokaler Threat Intelligence. Damit sind wir in der Lage, den Zeitraum zwischen der Erkennung einer neuen Bedrohung und der Bereitstellung einer passenden Signatur deutlich zu verkürzen. Fortinet zählt in diesem Bereich schon heute zu den Vorreitern. Und in Zukunft werden wir immer mehr künstliche Intelligenz in unsere Security Fabric einfließen lassen.

 

Christian Vogt ist Senior Regional Director Germany bei Fortinet. In dieser Rolle verantwortet er das Gesamtgeschäft des Sicherheitsspezialisten in Deutschland. Christian Vogt verfügt über langjährige Erfahrung mit großen und strategischen Kunden im Markt für Sicherheits- und Netzwerktechnologie sowie in der Telekommunikationsbranche. Er studierte Betriebswirtschaft und hatte vor seinem Eintritt bei Fortinet 2006 unter anderem Positionen bei Cable & Wireless Deutschland, Inktomi und Oracle inne.

 

 

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